Newsletter 02|21

INTERVIEW MIT ANNE-KATHRIN SCHMID

Interview mit Anne-Katrin Schmid, Heimleitungsmitglied des Sonderschulheimes Heilpädagogisches Institut St. Michaels in Adetswil.

Was ist / macht das Institut St. Michael?

Das Heilpädagogische Institut St. Michael ist ein vom Kanton Zürich (Volksschulamt) anerkanntes Sonderschulheim für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Beeinträchtigung. Es wird von einer privaten Trägerschaft, der Vereinigung Heilpädagogisches Institut St. Michael, geführt, zu welcher auch Erwachseneneinrichtungen im landwirtschaftlichen Bereich zählen. Das Schulheim befindet sich im Dorf Adetswil, Zürcher Oberland, an nebelfreier Lage in der Nähe eines wunderschönen Naherholungsgebietes. Im Schulheim wohnen 30 Kinder und Jugendliche unter der Woche. Zusätzlich besuchen noch 10 Schülerinnen und Schüler die Tagesschule. Neben der Schule besteht auch ein breites Therapieangebot, um die Kinder und Jugendlichen gezielt zu fördern und zu begleiten. Rund 85 Mitarbeitende wirken im Schulheim für sämtliche Aufgaben mit. Das oberste Ziel, unsere Vision ist es, die Entwicklung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen in einer vertrauens- und respektvollen sowie fröhlichen und unbeschwerten Atmosphäre zu fördern und zu begleiten, um eine positive Entfaltung der Individualität und Selbständigkeit zu ermöglichen.

Was sind die Herausforderungen?

Die Schülerinnen und Schüler leben in Wohngruppen auf dem Gelände des Schulheimes. Eine Wohngruppe mit eher jugendlichen Schülerinnen und Schülern befindet sich in einem Hausteil mitten im Dorf Adetswil. Hier ist das Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler etwas selbständiger werden, wenn möglich den Schulweg alleine bewältigen lernen, auch im Haushalt bedeutend mehr mitarbeiten und das Leben mitten im Dorf, mit einer nahen Nachbarschaft kennenlernen. Ebenfalls ist das Einkaufen im Dorfladen ein Teil der Aufgaben. Dies alles war mit dieser Wohnform bestens möglich. Dieses Haus erfüllt jedoch nicht die Auflagen des Volksschulamtes (Barrierefreiheit), so dass der Wohnort nicht mehr länger bewilligt werden kann. Dies hat dazu geführt, dass wir innert sehr kurzer Frist ein neues Zuhause zu suchen hatten, welches allen Anforderungen des Volksschulamtes entspricht. Es war keine leichte Aufgabe, da der Wohnraum in der Gemeinde Bäretswil sehr gefragt ist, geschweige denn überhaupt für so viele Personen vorhanden war. Wir mussten uns um eine Wohnmöglichkeit für sechs Schülerinnen und Schüler inklusive Betreuungspersonal (jeweils rund zwei bis drei Personen) kümmern, was einer 8-Zimmer-Wohnung entspricht. Die Suche erwies sich als höchst kompliziert, da es kaum Angebote gab. Wir suchten ein Haus oder eine Wohnung.

Wie sind Sie auf DOMUM aufmerksam geworden?

Per Zufall las ich in der Zeitung über das Mehrgenerationen-Bauprojekt der Oase Gruppe in Wetzikon-Kempten. Ich dachte, dass dies allenfalls auch eine Gelegenheit für unsere Schülerinnen und Schüler sein könnte, in einer Überbauung mit verschiedenen Menschen zusammenzuleben. Hier stand vor allem der Aspekt der heute so bedeutenden Inklusion (UNBRK) und der Selbständigkeit (grössere Selbständigkeit auf dem Schulweg) im Vordergrund. Ich recherchierte online und nahm Kontakt mit der Info-Stelle der Oase Gruppe auf. Glücklicherweise stiess ich bei Herrn Imren auf offene Ohren und grosses Interesse. Er machte mich jedoch darauf aufmerksam, dass es ein weiteres, noch interessanteres Projekt in Wetzikon gäbe: das Wohnprojekt Obstgarten am Bahnhof Wetzikon, welches genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sein könnte. Umgehend klärte er mit dem Bauinvestor unsere Bedürfnisse ab und ermöglichte es, dass wir sogar baulich noch Änderungen für unsere Wohnbedürfnisse einbringen konnten. Dann lief alles wie am Schnürchen und sehr speditiv: Wir durften den Rohbau besichtigen und in den Bauplänen nochmals unsere Wünsche einzeichnen, welche nun auch so übernommen wurden. Das heisst, dass nochmals Wände durchbrochen wurden, um die kleinen Wohnungen zu zwei grösseren Wohnungen zusammenzufügen. Wir haben das Glück, dass wir alle Parterre-Wohnungen beziehen und so auch direkt hinaus ins Grüne können. Die gesamte Wohnanlage ist vollkommen barrierefrei und entspricht allen Anforderungen des Kantons. Um diese Wohnungen auch vom Kanton finanziert zu bekommen, mussten wir ein überaus umfassendes Dossier (Gesuch um Kostenübernahme) entsprechend einem Baugesuch einreichen.

Was ist mit DOMUM Obstgarten geplant? Was bedeutet dies für diese jungen Schüler?

Wir freuen uns überaus, dass unsere jugendlichen Schülerinnen und Schüler die tolle Gelegenheit bekommen, nun nochmals ein Stück weiter in die Gesellschaft einzusteigen. Sie haben bei DOMUM die wunderbare Gelegenheit, Kontakte mit anderen Menschen zu knüpfen, die Nachbarschaft zu pflegen und dank der Gemeinschaftsräume Aktivitäten zusammen zu gestalten. Sie können von der Nachbarschaft lernen und umgekehrt kann auch die Nachbarschaft von den Schülerinnen und Schülern lernen. Es ist ein weiterer grosser Schritt und eine Chance für die Schülerinnen und Schüler, da sie nun auch mit dem Bus reisen müssen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Mitwirkenden bedanken, die uns nun den Einzug ins DOMUM ermöglichen. Ich denke, dass diese Wohnform ein Vorzeigeprojekt in Bezug auf Inklusion ist. Wir freuen uns riesig – die Verträge sind unterzeichnet.

 

Anne-Katrin Schmid, Heimleitungsmitglied des Sonderschulheimes Heilpädagogisches Institut St. Michaels

 

 

 

 

 

 

 

 

DOMUM WETZIKON OBSTGARTEN: MELANIE HOCHULI STELLT SICH VOR

Melanie Hochuli absolvierte im Jahr 2006 die Ausbildung zur Kauffrau im Reisebüro. Vielseitig interessiert, konnte sie in unterschiedlichen Branchen wertvolle Erfahrungen sammeln und bei Sprachaufenthalten in den USA sowie in Lausanne ihren Horizont und ihre Sprachkenntnisse erweitern. Nach jahrelanger Tätigkeit als Anwaltsassistentin, welche sie seit der Geburt ihrer Söhne in den Jahren 2014 und 2018 im Teilzeitpensum ausübte, freut sie sich nun auf eine neue, spannende und bereichernde Herausforderung bei DOMUM.

Melanie Hochuli: “Als Siedlungsassistentin bei DOMUM Wetzikon möchte ich die Bedürfnisse der Menschen erfassen und zusammen mit ihnen ihre Ideen, Wünsche und Visionen für die Siedlung und die Gemeinschaft umsetzen. Offenheit und Kommunikation stehen bei mir an erster Stelle und ich freue mich auf interessante, wertvolle und inspirierende Begegnungen. Aus einer Gemeinschaft aus vielen Ichs wird ein gemeinsames Wir.”

 

 

 

 

Melanie Hochuli, Siedlungsassistenz Domum Wetzikon Obstgarten

SPATENSTICH IN BAD ZURZACH ERFOLGT UND IM AUGUST FOLGT WINTERTHUR

Beide Projekte starten ab Juni beziehungsweise August 2021 die Realisierung und sind ab 2023 bezugsbereit.

Spatenstich in Bad Zurzach ist erfolgt